Schreibprozess (am Beispiel des Buches "Freizeitpark") Schritt 9: Der zweite Wurf

Tja, das war mal wieder deutlich mehr Arbeit als gedacht. Denn der zweite Wurf verlangt mehrere Schritte, die in der Regel zu iterativen Schleifen führen.

 

http://www.helpingwritersbecomeauthors.com/evolution-scene-outline-final-draft/

Der erste Schritt besteht daraus, das Buch von vorne bis hinten durchzulesen. Konzentriert, auf Logik, Durchgängigkeit und Überflüssiges achtend.

 

Der mit dem ersten einhergehende zweite Schritt ist das Markieren. Jegliche Stelle, bei der ich  mich beim lesen wundere, langeweile, die Durchgängigkeit vermisse.

 

Auch der dritte Schritt passiert in parallel: Korrigieren von offensichtlichen Fehlern und unglücklichen Formulierungen. Kein Polieren des Textes, aber immerhin eine weitere Iterationsschleife.

Nachdem dies für "Freizeitpark" geschafft war, lag mir ein ziemlich stark rot markierter Text vor. Abschnitte, die nicht länger notwendig für die Story waren (Entfernen!), fehlende Erklärungen (Hinzufügen!), zu viel beziehungsweise zu wenig Beschreibung der Szene (Anpassen!), Widersprüche (Ausmerzen!), sich über die Zeit ändernde Charaktere: Dieser letzte Fall ist vermutlich der Arbeitsintensivste. In der Regel findet die notwendige Anpassung der Charaktere am Anfang der Geschichte statt, da die Darsteller hoffentlich während des Schreibprozesses immer realer wurden. Außerdem darf es natürlich eine Weiterentwicklung der Charaktere geben - so lange sie glaubwürdig ist.

http://www.zigzagstech.com/wp-content/uploads/2014/01/iteration.png

In den folgenden Wochen wird nun Kommentar nach Kommentar abgearbeitet, bis schließlich die rechte Seitenmarge wegfällt. Diese befreiende Änderung trat gestern ein. Fertig!

 

Zumindest dieser Schritt.

 

Die zweite Version liegt vor und ist nun mehr oder weniger in sich stimmig. Einigermaßen rund und ohne große Schnitzer. Aber: Lesen darf sie nach wie vor keiner. Dies ist erst für die dritte Version erlaubt. An der arbeite ich aber vermutlich erst im Sommer nächsten Jahres. Denn ich brauche Abstand zur Geschichte, muss sie lesen können, ohne noch genau zu wissen, was wann wie passiert.

 

Bis dahin werde ich mich aber nicht langweilen. Andere Aufgaben warten - u.a. Recherche für meine nächste Geschichte. Ich freue mich schon darauf.